Von: Andreas Wilhelm An: Juni 21, 2017 In: Allgemein, Figuren & Psychologie Kommentare: 0

Susanne Mesterharm berichtet von ihren Erfahrungen mit der Montségur Akademie:


 

mesterharmEine bessere Entscheidung, als mich im November 2016 für die Schreibausbildung bei der Akademie zu bewerben, hätte ich nicht treffen können.

Wie vage meine Vorstellungen über das Romanschreiben waren, habe ich im ersten Modul erfahren, denn hier wurde detailliert gefragt, gebohrt, herausgepult, ans Licht gebracht und nachgeformt. Bei der Geburt meiner Figuren hatte ich eine sehr kompetente Hebamme, Bettina Wüst, die ihre Arbeit mit Leidenschaft und Engagement anging. Sie hat diese Begabung, Menschen in ihrer Eigenart sehen zu können, ihre Knackpunkte zu erspüren, sie respektvoll, aber deutlich auf den Weg zu bringen. Bettina Wüst meint es ernst damit, dass ich weiterkomme und wachse. Ich glaube solch einer Lehrerin war ich zuvor noch nie begegnet.

Mein Buchprojekt nimmt kontinuierlich Form an, ich lerne tatsächlich, einen Roman zu entwerfen, zu konstruieren und dennoch aus dem Bauch zu schreiben! Meine Ideen, die für mich schwer zu bändigende Fülle meines Stoffes und meine Wünsche nach Verbreitung bekommen einen soliden Boden.
In der Gruppe konnte Langeweile nicht aufkommen, aber spannende Einsichten und eine lebhafte Stimmung, in der wir uns gegenseitig anregten, und auch bei anderen staunend miterlebten, wie wahre Schätze zutage traten.

Die schnelle Taktung in den ersten sieben Monaten der Ausbildung empfinde ich als Vorteil: Zeit, zu zweifeln, gibt es bei all den Hausaufgaben nicht, und – falls noch offen war, ob das Schreiben mehr ein „Hobby“ ist oder doch eine ernstzunehmende Berufung – bei mir stellte sich der Schalter auf Letzteres um. Sich dabei ernst zu nehmen und sich selbst nicht vom Haken zu lassen, das habe ich dabei gelernt. Warum sollte ich weniger Respekt vor meiner Arbeit haben als unsere geschätzte Lehrerin? Und natürlich habe ich immer mal wieder Zweifel an dem, was ich schreibe, ist das gut genug, oder, meine schlimmste Befürchtung: „banal“? Aber dann habe ich meine Tandem-Partnerin, die ich um Rat fragen kann und mittlerweile zwei Dozentinnen, die ich ansprechen kann. Und wie wäre es ohne meine geschätzte Peer-Group? Manches Mal würde ich schwimmen und nicht wissen, wo lang. Und so habe ich das Gefühl, noch mal davon gekommen zu sein: in schlimmen Visionen sah ich mich schon 10 Jahre und mehr verzweifelt versuchen, meinen Stoff zu bändigen und dennoch kein Land in Sicht zu sehen. So wäre es vermutlich gekommen, ich hätte vielleicht aufgegeben, kapituliert, auch, weil für mich ein „schlechtes“ Buch nicht in Frage kommt. Was nützt der schönste Stoff, wenn keine Form gefunden werden kann, ihn anderen Menschen mitzuteilen?

Und so kann ich ohne Übertreibung sagen: ich bin sehr glücklich über meine Entscheidung Ende letzten Jahres; ich bin in allerbesten Händen, ich komme voran mit meinem Roman, und ich habe Menschen kennengelernt, die ich sehr schätze. Mein Respekt geht an die Gründer der Ausbildung, die es bereits im ersten Durchgang verstanden haben, ein gut durchdachtes Setting zu entwerfen, das eine fundierte Ausbildung ermöglicht mit allem, was dazugehört: solides Handwerkszeug, fundiertes Wissen, eine qualifizierte Anleitung, Kompetenz im Umgang mit Gruppen.

Die Ausbildung trägt in sich schon den „Feinschliff“, den wir TeilnehmerInnen hoffen, uns anzueignen. Danke!

Susanne Mesterharm

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