Figuren & Psychologie

Psychologie ist an Filmhochschulen und in literarischen Studiengängen ein wichtiges Fach, sie ist essentielle Grundlage des Schreibens. Im ersten Modul der Ausbildung folgen wir diesem Leitgedanken und erarbeiten die Tiefenstruktur der Figuren innerhalb ihrer Romanwelt. Basis dafür sind die Methoden der Transaktionsanalyse, einem psychologischen Erklärungsmodell für komplexe menschliche Verhaltensweisen.

Ziel dieses Moduls ist es, ein profundes Figurenprofil sowie einen authentischen Figuren-Entwicklungsbogen zu erstellen. Die Wesenszüge der Figuren sowie ihre backstory werden psychologisch stimmig, von ihrem Verhalten bis hin zu ihrer Körpersprache und ihrer Ausdruckweise erarbeitet.

Wir vermitteln die Grundlagen nicht in rein akademischem Frontalunterricht. Vielmehr folgen einer theoretischen Einführung exemplarische Film- oder Romanbeispiele, sowie Übungen und Gruppenarbeiten; somit wird die Theorie erfahrbar  und vertieft. Hierbei spielen nicht nur die Roman-Figuren eine Rolle, sondern auch die Dimension und Motivation des Autors wird in die Arbeit mit einbezogen.

In den Wochenendseminaren und den Zeiten zwischen den Workshops arbeiten die Teilnehmer an Textaufgaben, um das Gelernte anzuwenden und die eigenen Figuren kennenzulernen. So erkunden die Autoren unter anderem, unter welchem Imperativ ihre Figuren agieren, welche Grundannahmen die Figur über sich selbst und andere hat und durch welche Brille sie die Welt sieht.

Eines der Seminare widmet sich ausschließlich dem Konfliktverhalten der Figuren. Welche Lieblingspositionen nimmt die Figur im Drama-Dreieck ein: Opfer, Verfolger oder Retter? Zu welchen Spielen greift sie, bewusst (Manipulation) oder unbewusst (Psychologisches Spiel) in Konfliktsituationen? Welche Dynamiken ergeben sich in Beziehungen mit anderen Romanfiguren? Wie äußern sich Ersatzgefühle der Figur und wieso verhält sie sich so?

Zum Ende des vollständigen Modules wissen die Teilnehmer alles Notwendige über ihre Figuren und wie diese innerhalb der Romanwelt agieren. Sie kennen die frühkindlichen Prägungen der Figuren, deren Ge- und Verbote und Lebensskript. Die AutorInnen verstehen Wünsche und Bedürfnisse ihrer Figuren und sind sich über deren Verhaltens- und Sprachmuster im Klaren.

Diese Grundlagen sind notwendige Voraussetzung für das zweite Modul, „Plot & Dramaturgie“. Figuren und Dramaturgie werden somit voneinander abgeleitet und eng miteinander verknüpft.

Bettina

Dozentin: Bettina Wüst

1. Wochenendseminar (M1.1) – Samstag, 14.01.2017, 10:00 bis Sonntag, 15.01.2017, 17:00
2. Wochenendseminar (M1.2) – Samstag, 11.02.2017, 10:00 bis Sonntag, 12.02.2017, 17:00
3. Wochenendseminar (M1.3) – Samstag, 11.03.2017, 10:00 bis Sonntag, 12.03.2017, 17:00
4. Wochenendseminar (M1.4) – Samstag, 29.04.2017, 10:00 bis Sonntag, 30.04.2017, 17:00

Dieses Modul findet statt in der Dehner Academy Konstanz.